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Horstmars Klopfender Bote - GrĂĽnspecht 2019 - Stadtentwicklung

Stadtentwicklung und Soziales

Stadtentwicklung

Es war einmal – so fangen die meisten märchenhaft anmutenden Geschichten an...

Es war einmal ein Investor, der von der Stadt Horstmar vertraglich verpflichtet ward, bei der Bebauung der Alten Molkerei fünf Sozialwohnungen zu schaffen. Leider ergab es sich, dass besagter Investor sich stärker finanziellen, denn sozialen Interessen verpflichtet fühlte, so dass er es schlichtweg versäumte, rechtzeitig entsprechende Anträge zu stellen (man kann ja nicht an alles denken!). Und die Moral von der Geschicht':

Sozialwohnungen gibt´s hier nicht!

Den Stadthaltern bereitete dies nicht unbedingt schlaflose Nächte, sondern man verfiel auf die geniale Idee, selbigen Investor mit dem Bau von Sozialwohnungen an anderer Stelle zu belohnen.

Nicht nur in unserem beschaulichen Horstmar, auch auf der großen politischen Bühne ist ein solches Vorgehen über alle „Maaßen" befremdlich! Und so endet auch diese märchenhafte Geschichte, wie alle „guten" Märchen enden:

Und da sie nicht gestorben sind, machen sie so weiter....

Um hieraus keine „Unendliche Geschichte" werden zu lassen, fordern wir von Stadt und Verwaltung eine zukunftsorientierte, verpflichtende Stadtentwicklungsplanung, die das „Alte Krankenhaus", die Ratsschänke, deren Nachbargebäude und das ehemalige Schulte-Gelände am Borghorster Weg einbezieht.

Die Stadt muss wesentlich stärker Herr des Verfahrens sein und sich in der Planungshoheit nicht vom Gutdünken gewinnmaximiert orientierter Investoren abhängig machen (s. Bild).

Stadtentwicklung 2

Es ist eine essentielle Aufgabe jeder Kommune, die Daseinsfürsorge aller ihrer Bürger sicherzustellen. Offensichtlich aber scheut die Stadt und ihre eigene Wohnbauförderungsgesellschaft GIWo im Gegensatz zu vielen anderen Gemeinden Eigeninvestitionen wie „der Teufel das Weihwasser"!

Wer jetzt gedacht hat, dass die märchenhafte Geschichte schon beendet sei, der sieht sich getäuscht – das Märchen „spinnt" sich weiter....

Wir kommen nun auf die in der EichendorffstraĂźe geplanten Sozialwohnungen:

Gesetzlich steht bedürftigen Familien je nach Personenzahl sowie Einzelpersonen eine definierte Wohnraumgröße zu. Grundsätzlich ist es somit die Aufgabe der Stadt, eine flexible Wohnraumgestaltung sicherzustellen, die aktuellen und zukünftigen Bedarfen gerecht wird.

Mit der ursprünglich vom Investor vorgesehenen Größe zwischen 54 und 68 Quadratmetern sind die neu geplanten Wohnungen für Familien mit mehreren Kindern wie auch für Einzelpersonen denkbar ungeeignet.

Die Stadtverantwortlichen hingegen verneinten anfänglich den Bedarf an einem flexibleren Wohnraumkonzept, welches Bündnis 90/Die Grünen schon seit längerem fordert. Erst nachdem wir mehrfach interveniert haben, erklärte man sich bereit, zumindest zwei Wohnungen mit entsprechender Größe zu schaffen.

Ein Konzept sieht anders aus – es ist eher ein Tropfen auf dem heißen Stein

Die Begleitung geflüchteter Mitmenschen wird in Horstmar und Leer stark durch Ehrenamtler geleistet, die den Betreuungsbedarf zusehends weniger gut auffangen können.

Dennoch ist es wiederum dem Ehrenamt oblassen einen Treffpunkt zu schaffen, der Begegnungen und Austausch ermöglichen soll. Auch hier sehen sich viele ehrenamtlich engagierte Mitmenschen von der Stadt allein gelassen. Lediglich auf Neujahrsempfängen und sonstigen Festivitäten wird mit blumigen Worten die Bedeutung dieses Ehrenamts gelobt.

Es wäre wünschenswert, wenn man den Worten auch Taten folgen ließe und sich aktiv in diesem Bereich engagiert!

Erstaunt darf der interessierte Leser zur Kenntnis nehmen, dass die Verwaltung erst auf unsere Information hin eine Stelle im Bereich FlĂĽchtlingshilfe in den Haushalt eingebracht hat. Diese Stelle wird vom Kreis Steinfurt zu 100% finanziert.

Was aber nach wie vor fehlt und verwaltungsseitig nicht angegangen wird, ist eine mittel- bzw. langfristigere Planung.

Schon seit längerem fordern wir die Schaffung einer Sozialarbeiterstelle. Neben der hauptsächlichen Beratungstätigkeit hat dies den positiven Nebeneffekt, dass häufig zu Recht kritisierte Missstände in den bereitgestellten, stadteigenen oder angemieteten Wohnungen vermieden werden oder gar nicht erst entstehen müssen. Hier hält es offensichtlich die Verwaltungsspitze wie mit der vom Land geförderten aber dennoch nicht geschaffenen Stelle des Klimaschutzmanagers:

Auch wenn wir eigentlich total ĂĽberlastet sind, um uns dieser Probleme anzunehmen, bringt dies doch eher Unruhe in unsere ach so beschauliche und ĂĽberschaubare kleine heile Verwaltungswelt.